Eindeutig und unübersehbar – HK vom 09.09.2014

Der Protest gegen den Bau einer neuen Bundesstraße gewinnt Fahrt. An zwölf Stellen will das Aktionsbündnis Nein zur B 131n große Banner aufstellen, auf denen sie ihr Nein gegen diese Straße plakativ erklärt.

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Dieses Nein ist nicht zu übersehen: Das Aktionsbündnis Nein zur Bundesstraße B 131n setzt mit dem neuen Banner ein deutliches Zeichen. Die Sprecherin des Bündnisses, Ursula Klobe, zeigt auf das erste Schild, das bei Stetten aufgestellt wurde, vor der Kulisse des Staufer Berges und vor einem Kuhstall. Dieser Standort zeigt, dass Landschaft und Landwirtschaft durch eine solche Straße sehr beeinträchtigt würden – Foto: Karch

Diese Botschaft ist unübersehbar. Und sie ist eindeutig: Auf einem Ortsschild steht B 131n und dieser Begriff ist dick durchgestrichen. Warum eine neue Bundesstraße abgelehnt wird, zeigt das Banner auch: Durch eine schöne Landschaft schlägt eine viel befahrene und breite Straße eine dicke Schneise. Zwölf dieser Banner, die Jürgen Thiel aus Pyras entworfen hat, stellt die Initiative Nein zur B 131n jetzt im Bereich Thalmässing, Heideck und Greding auf.

Die Infoveranstaltung des Staatlichen Bauamts im Juli hat der Initiative noch einmal deutlich gemacht, dass sie Flagge zeugen muss – auch wenn die Bundesstraße im aktuellen Bedarfsplan für Bundesfernstraßen von 2004 nur in den Bereich „Weiterer Bedarf“ eingestuft wurde. Für die Fortschreibung dieses Verkehrsplans wird die Notwendigkeit dieser Bundesstraße, die den Raum Weißenburg-Gunzenhausen an die Autobahn besser anbinden soll, neu bewertet. Für diese Bewertung wurde die Bundesstraße angemeldet, obwohl sie bei der Öffentlichkeitsbeteiligung des Freistaats Bayern einhellig abgelehnt worden ist. Auch die IHK Mittelfranken lehnte den Neubau der B 131n Ost ab und forderte stattdessen den Ausbau der B 13 von Weißenburg nach Ingolstadt, weil der dem Wirtschafts- und Pendlerverkehr eher gerecht werde. Bei der Infoveranstaltung des Bauamts wurde den Zuhörern bei der Beschreibung der Trasse, die derzeit zur Diskussion steht, die Dimension und Auswirkungen der Planungen richtig bewusst. 13,2 Kilometer Neubaustrecke und 3,4 Kilometer Ausbaustrecke sind vorgesehen, dazu noch zwei große Talbrücken, eine 220 Meter lange Talbrücke, die das Weiherbachtal zwischen Laibstadt und Aberzhausen überspannen würde, und eine 76 Meter lange Talbrücke für die Querung des Schwimbachtals. Eine ausführliche Darstellung und Begründung hat das Staatliche Bauamt auf die Homepage der Gemeinde Thalmässing gestellt. Rund 47 Millionen Euro hat der Bund für diesen Straßenbau einkalkuliert.

Angesichts dieser hohen Kosten und der Vielzahl der angemeldeten Projekte hofft die Initiative, dass die Pläne zu den Akten gelegt werden. Da die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte, die auf Widerstand in der Bevölkerung stoßen, eher gestrichen werden, soll der Protest forciert werden. Dazu gehört nicht nur das Aufstellen der großen Banner. In den nächsten Wochen soll auch eine Petition an den Landtag eingereicht werden, dass diese Bundesstraße ein für alle Mal aus dem Bedarfsplan gestrichen wird. Mit dieser Petition werden auch die Unterschriftenlisten gegen die B 131n überreicht. Zudem plant die Initiative laut ihrer Sprecherin Ursula Klobe im Herbst noch einen Aktionstag, bei dem der Protest entlang der Trasse noch einmal augenfällig sichtbar gemacht werden soll.

Das Aktionsbündnis muss seine Aktivitäten – auch die Banner – aus Spenden finanzieren und hofft auf Unterstützung. Bei der Raiffeisenbank Greding-Thalmässing gibt es ein eigenes Spendenkonto: Nein zur B 131n, IBAN DE 53 760694620103201910.

Von Andrea Karch

Thalmässing: Aktionsbündnis gegen die B 131n stellt am vorgesehenen Trassenverlauf zwölf Banner auf – Lesen Sie mehr auf:
http://www.donaukurier.de/lokales/hilpoltstein/Thalmaessing-Eindeutig-und-unuebersehbar;art596,2958205#plx439535636

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