Wir müssen ein Zeichen setzen – HK vom 4.7.2014

Laibstadt (HK) Flagge zeigen! Das ist das Motto für die Auftaktveranstaltung der Unterschriftenaktion gegen die geplante Bundesstraße B 131n in Laibstadt für den Raum Heideck gewesen.

Dafür waren vor allem die Landwirte, Vertreter der einzelnen Vereine und Gruppierungen, einige Stadtratsmitglieder sowie Heidecks Bürgermeister Ralf Beyer ins Pfarrheim gekommen, um sich zum einen auf den aktuellen Stand der Planungen zu bringen und andererseits mit ihrer Unterschrift in den ausgelegten Listen ein Zeichen zu setzen. Einig war man sich, dass eine Bundesstraße um Laibstadt herum in aller erster Linie Probleme bedeuten würde.
„Wir können nicht zuschauen und abwarten, und irgendwann einmal stehen die Bagger vor der Tür“, so der Tenor in der Versammlung. Und man könne den Protest nicht nur den Thalmässingern überlassen, denn die Ortschaften Laibstadt, Schlossberg, Rudletzholz, Aberzhausen und Kippenwang seien genauso von der Trasse betroffen.
Anhand einer Powerpoint-Präsentation, die der Bund Naturschutz aus Thalmässing zur Verfügung gestellt hatte, wurde kurz auf die bisherigen Planungen eingegangen. Demnach sei der Landkreis Weißenburg seit einigen Jahren sehr an einer schnellen Verbindung zur Autobahn A9 interessiert, um zum einen das Fränkische Seenland besser für Touristen zu erschließen, zum anderen, um der Wirtschaft im strukturschwachen Raum um Gunzenhausen bessere Zukunftsperspektiven zu schaffen. Allerdings würde der südliche Landkreis Roth kaum von einer solchen Trasse profitieren, hätte dafür jedoch alle negativen Auswirkungen zu tragen.
Marco Forster aus Laibstadt gab zu bedenken, dass eine neue Straße auch immer viel zusätzlichen Verkehr mit sich bringen würde, was wiederum verstärkt Lärm, Abgase, Abfall und möglicherweise eine gesteigerte Kriminalität zur Folge habe. Sehr nachdenklich machten dann die Fotomontagen, die anschließend den geplanten Trassenverlauf zeigten. Bislang war man nach der Umweltverträglichkeitsstudie davon ausgegangen, dass die Umgehung südlich von Laibstadt verlaufen würde, was den Worst Case, den schlimmsten Fall, für die Landschaft bedeutet hätte, denn am Albrand entlang der Thalach ist die Flur noch relativ unberührt und beschaulich.
Aber auch die Nordumgehung wäre aus Sicht der Gruppe nicht viel besser. Gerade der Blick von Schlossberg herab, einmal im heutigen Zustand und das andere Mal mit der eingezeichneten Trasse ernüchterte. „Egal, wo die Bundesstraße hinkommt, es wäre immer eine Katastrophe für diese schöne Gegend“, drückte Stadtrat Rudolf Schmidler das aus, was wohl alle dachten. Von Reuth kommend soll die neue Straße kurz nach der Abzweigung Richtung Schlossberg ausgeleitet werden.
Die Nähe zum Laibstädter Trinkwasserschutz machte den Vorsitzenden der Wassergruppe Laibstadt-Schlossberg, Bürgermeister Ralf Beyer, nachdenklich. „Wenn hier ein Ölunfall passiert, wäre das Trinkwasser für die meisten Heidecker Ortsteile extrem in Gefahr.“ Aber auch das Salzstreuen im Winter für eine Bundesstraße, die Tag und Nacht für den Verkehr frei gehalten werden müsse, bedeute ein nicht zu unterschätzendes Problem für die Trinkwasserbrunnen. Weiter würde die Trasse nahe an Laibstadt vorbei in unmittelbarer Nähe zum neu entstehenden Baugebiet verlaufen, was nicht gerade erfreuliche Aussichten für die jungen Familien wären, die sich dort niederlassen wollen.
Michael Baumann sprach die Bedenken der Landwirte aus: „Wenn die Straße mitten durch die Felder geht, dann sind diese nicht mehr viel wert.“ Da würden auch eine Flurbereinigung und entsprechende Ausgleichszahlungen wenig helfen. „Was einmal zugeteert ist, ist für alle Zeiten verloren“, bekräftigte sein Kollege Franz Peter. „Die Lebensmittel produzieren immer noch die Bauern und nicht die Supermärkte.“ Allein für Laibstadt belaufen sich die Schätzungen auf rund 20 Hektar besten Bodens, der verloren gehen würde. Das wären 20 Fußballfelder rechnete man schnell in der Gruppe nach und hätte die Größe eines mittleren Laibstädter Bauernhofes.
Vor allem die Landwirte erteilten in diesem Zusammenhang auch allen Plänen für eine Ortsumgehung eine Absage, weil der Flächenverlust annähernd gleich groß wäre. Auch die Möglichkeit, dass diese Ortsumgehungen schließlich im weiteren Verlauf doch eines Tages zur Bundesstraße hochgestuft werden, müsse man bedenken. Josef Baumann erklärte sich im weiteren Verlauf der Diskussion bereit, die Unterschriftensammlung zu organisieren. Bürgermeister Ralf Beyer versprach, die Listen im Heidecker Rathaus auszulegen. Auch dort können sich nun Bürger in den nächsten Wochen mit ihrer Unterschrift gegen die geplante Bundesstraße aussprechen.
„Wir müssen ein Zeichen setzen, dass es auch auf Heidecker Gemeindegebiet Trassengegner gibt, nicht nur in Thalmässing“, sagte Beyer. Die gesammelten Unterschriften sollen schließlich mit denen aus Thalmässing nach Berlin gesandt werden. Dort wird sich der Verkehrsausschuss des Bundestages bis zum Frühjahr 2015 entscheiden, ob die B 131n als „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft wird. Sollte dies der Fall sein, so war man sich einig, würde der Protest weitergehen, bis alle Möglichkeiten ausgeschöpft wären.

Von Norbert Herler

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